European Master’s in Translation (EMT)

Das EMT-Netzwerk ist ein Partnerschaftsprojekt zwischen der Europäischen Kommission und Hochschuleinrichtungen, die Masterstudiengänge in Übersetzen anbieten.

Das EMT-Label ist dabei ein Gütezeichen für Masterstudiengänge im Bereich Übersetzen. Die Generaldirektion Übersetzung verleiht dieses Label Hochschulprogrammen, die gemeinsam vereinbarten beruflichen Standards und Markterfordernissen genügen. Die ausgewählten Programme werden Mitglieder des EMT-Netzes. Nur dem EMT-Netz angehörende Hochschulen sind berechtigt, das EMT-Label (eine eingetragene Marke der EU) zu führen.

Das EMT-Netzwerk ist ebenfalls an der Veröffentlichung der European Language Industry Survey (ELIS) beteiligt. Der jährliche ELIS Report erfasst Trends, Entwicklungen und Statistiken der Sprach- und Übersetzungsdienstleistungsbrache.

Das EMT Netzwerktreffen fand am 19. und 20. Mai 2026 in Cork statt. Als Vertreter des Fachbereichs 06 reiste Yuriy Schenk, wissenschaftlicher Mitarbeiter des ASTT, nach Irland, um sich gemeinsam mit mehr als 150 weiteren Teilnehmenden des EMT-Netzwerkes über die Entwicklungen in der Ausbildung und im Berufsleben von Übersetzern auszutauschen. Gastgeber der Veranstaltung war die School of Languages, Literatures and Cultures des University College Cork (UCC). Im Fokus standen Translation, Barrierefreiheit und Mehrsprachigkeit (Perspektiven aus Irland).

Am ersten Tag standen marginalisierte Sprachen innerhalb und außerhalb Irlands im Fokus. Dabei ging es  um den Umgang mit solchen Sprachen; insbesondere, wie sich noch nicht standardisierte Sprachen wie Irisch definieren und erhalten lassen, aber auch, wie sich religiöse Rituale und Gewohnheiten auf Sprachen und deren Sprecher auswirken. Ebenfalls wurde die Bedeutung von Gebärdensprachen - hier insbesondere - hervorgehoben und darauf aufmerksam gemacht, dass diese Arten der Kommunikation oftmals nicht beachtet werden, aber die einzige Möglichkeit ihrer Nutzer sind, mit der Welt zu kommunizieren. Aufgerufen wurde im gleichen Zuge zur weiteren (Er-)Forschung und darauf, die Bevölkerung für barrierefreie Kommunikation zu sensibilisieren.

Am zweiten Tag wurde auf die Bedeutung von Portable Skills und Microcredentials hingewiesen, die zukünftig in das Programm von Universitäten eingebaut werden sollen. Deskilling & AI Literacy, welche in Zukunft eine größere Rollen spielen werden, wurden behandelt. Es wurde auch auf Initiativen der KCTI (Knowledge Centre on Translation and Interpretation) hingewiesen. Darüber hinaus wurden im Zuge der EMT-Arbeitsgruppen Updates des bestehenden Anforderungskatalogs zur Mitgliedschaft im EMT-Netzwerk (EMT Framework) angekündigt. Die überarbeitete Version wird neue Herausforderungen für die Translations- und Dolmetschausbildung berücksichtigen. Unter anderem wurde das Kapitel "Dienstleistungskompetenz" erweitert und neue Punkte zur Interaktion mit großen Sprachmodellen (LLMs) ergänzt. Über Updates des EMT Frameworks informieren wir Sie auf der ASTT-Website.

Die Leiterin des gastgebenden Arbeitsbereichs, Professor Helena Buffery, betonte die Relevanz eines solchen Netzwerktreffens für den Austausch zwischen Universitäten, Institutionen und bereits arbeitenden Übersetzern, um besonders im Hinblick auf die rasante technologische Entwicklung der Sprachdienstleistungsbranche Inklusion, Innovation und soziales Verantwortungsbewusstsein im multilingualen Kontext zu gewährleisten.

Das EMT-Netzwerktreffen 2026 entsandte seine Mitglieder mit der Botschaft nach Hause, sich weiter zu vernetzen und vor allem auszutauschen, um das Berufsfeld mithilfe von Innovation für die Zukunft zu sichern.

Der traditionelle Übersetzungs- und Dolmetschmarkt befindet sich im Niedergang, während KI die Spielregeln neu definiert.

Die Rolle von Sprachfachleuten und Sprachdienstleistern verlagert sich allmählich von der reinen Produktion hin zu einem breiteren Spektrum sprachbezogener Dienstleistungen. Die Branche reagiert aktiv auf diese Veränderungen, doch ELIS 2026 zeigt auch weit verbreitete Bedenken auf.

Viele integrieren KI und Sprachtechnologien in ihre Arbeitsabläufe, entwickeln ergänzende Dienstleistungen oder positionieren sich neu in Richtung spezialisierter Sektoren, höherwertiger Kommunikationsaufgaben oder beratender Funktionen. Doch wie bei jedem strukturellen Wandel in einer reifen Branche verläuft der Übergang ungleichmäßig und schreitet auf dem gesamten Markt mit unterschiedlicher Geschwindigkeit voran.

Die Herausforderungen des Marktes und die rasante Entwicklung der Branche betreffen alle, von freiberuflichen Fachkräften bis hin zu Sprachdienstleistern, von Studierenden bis hin zu akademischen Einrichtungen und von Einkäufern von Sprachdienstleistungen bis hin zu Sprachabteilungen.

Hier können Sie den gesamten ELIS Report 2026 abrufen.

EMT Warschau

Am 02. und 03. Juni 2025 fand das Netzwerktreffen der EMT-Mitglieder am Institute of Applied Linguistics der Universität Warschau statt. Prof. Dr. Rösener reiste als Vertreter des Fachbereichs 06 nach Polen, um an der Veranstaltung teilzunehmen.

Das Thema des ersten Tages lautete „Translating Poland“. Als Gastgeberin fungierte Prof. Agnieszka Biernacka, Leiterin des Institute of Applied Linguistics. Das Programm des Kolloquiums, eröffnet von Prof. Sambor Grucza, führte die Gäste durch die Geschichte, Sprache und Kultur Polens und bot Einblicke in die audiovisuelle und literarische Übersetzung, EU-Terminologie sowie institutionelle Übersetzung. Die Vorträge wurden auf polnisch gehalten und von Studierenden ins Englische und Französische verdolmetscht.

Am zweiten Tag wurde das Netzwerktreffen unter dem Thema „Empowering Translation with Technology and Training“ von Christos Ellinides, Generaldirektor der Generaldirektion Übersetzung (DGT) der Eurpäischen Kommission und Vorsitzender des EMT-Boards, eröffnet. Wissenschaftler, Übersetzer und EU-Vertreter referierten unter Anderem über KI-Tools der DGT und ihre Bedeutung für Universitäten sowie über die Auswahlkriterien von EU-Institutionen bei der Anstellung von Übersetzern und Dolmetschern.

Das erfolgreiche und produktive EMT-Netzwerktreffen 2025 entsandte seine Mitglieder mit der Botschaft nach Hause, den Wandel der Übersetzungsbranche zu begrüßen und gleichzeitig wertvolle Traditionen zu wahren, die Geschichte wie auch zukünftige Entwicklungen zu respektieren und „keine Sprache zurückzulassen“.

EMT Warschau Roesener

Im Oktober 2024 fand das Auftakttreffen der neuen Mitglieder des European Master’s in Translation (EMT) statt, bei dem das Netzwerk für den Zeitraum 2024 bis 2029 vorgestellt wurde. Dieses Netzwerk besteht aus 81 Masterstudiengänge, die aufgrund ihrer Qualität im Bereich Übersetzungswissenschaft ausgewählt wurden. Der Fachbereich 06 in Germersheim ist seit 2024 ebenfalls Mitglied des EMT.

EMT 2024 Group Photo

Am 24. und 25. Oktober 2024 versammelten sich die EMT-Mitglieder aus der gesamten EU und von außerhalb in Brüssel zur ersten gemeinsamen Sitzung. Höhepunkt des ersten Tages war die Übergabe der Mitgliedsurkunden durch Christos Ellinides, den Generaldirektor der Generaldirektion Übersetzung (DGT).

EMT 2024

Die zweitägige Veranstaltung bot nicht nur die Gelegenheit, das neue Netzwerk zu feiern, sondern auch, wegweisende Entscheidungen zu treffen und den Austausch zu fördern. Neben den Wahlen des neuen EMT-Vorstands standen auch Workshops zu EU-Projekten wie Translating Europe auf der Agenda. Für eine künftig bessere Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Sprachindustrie fand eine offene Diskussion zwischen den Experten des EMT und der LIND (Language Industry Expert Group) statt.

Mit diesem erfolgreichen Auftakt setzt das EMT-Netzwerk ein Zeichen für die Zukunft der Übersetzerausbildung und die Vernetzung mit der Sprachindustrie. Der Fachbereich 06 freut sich sehr über die Qualitätsauszeichnung durch den EMT und die Möglichkeiten, die sich durch die Mitgliedschaft ergeben.

Im September 2023 wurde durch die Europäische Union ein neuer Bewerbungsaufruf für die Mitgliedschaft im Netzwerk "European Master's of Translation" (EMT) gestartet. Das EMT-Netzwerk ist ein Partnerschaftsprojekt zwischen der Europäischen Kommission und Hochschuleinrichtungen, die Masterstudiengänge in Übersetzen anbieten.

Das EMT-Label ist dabei ein Gütezeichen für Masterstudiengänge im Bereich Übersetzen. Die Generaldirektion Übersetzung verleiht dieses Label Hochschulprogrammen, die gemeinsam vereinbarten beruflichen Standards und Markterfordernissen genügen.

Die ausgewählten Programme werden Mitglieder des EMT-Netzes. Nur dem EMT-Netz angehörende Hochschulen sind berechtigt, das EMT-Label (eine eingetragene Marke der EU) zu führen.

tekom Jahrestagung 2024 (Quelle: https://jahrestagung.tekom.de/)

EMT 2023 Uebergabe Roesener

Ein Team um Prof. Dr. Christoph Rösener (Arbeitsbereich Allgemeine und Angewandte Sprachwissenschaft sowie Translationstechnologie (ASTT)) bereitete die Antragstellung vor und reichte im Dezember den Antrag für den Masterstudiengang Translation mit insgesamt vier Schwerpunkten (1. Fachdolmetschen – Soziales, Medizin, Recht, 2. Fachübersetzen, Sprachmanagement und Künstliche Intelligenz, 3. Konferenzdolmetschen, 4. Übersetzen – Literatur, Medien, Kultur) ein.

Der Antrag wurde nach eingehender Prüfung im Juni 2024 positiv beschieden. Für den Zeitraum 2024-2029 ist somit der Masterstudiengang Translation des Fachbereichs 06 Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaften in Germersheim offizielles Mitglied des Netzwerks "European Master's of Translation".

Weitere Informationen:

https://commission.europa.eu/education/skills-and-qualifications/develop-your-language-skills/european-masters-translation-emt_de

https://commission.europa.eu/education/skills-and-qualifications/develop-your-language-skills/european-masters-translation-emt/list-emt-members-2024-2029_en

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